500 PS für alle – aber aktuell leider oft im Familien-Panzer
Ein Blick in die Schweizer Zulassungsstatistik 2025 zeigt: Wir leben im automobilen Schlaraffenland. Leistung wird immer günstiger. Noch sitzen wir zwar in hyperkraftvollen Familien-Panzern, aber das ist nur die Aufwärmrunde für eine goldene Ära der Elektrosportwagen.
Erinnern wir uns kurz, als 500 PS etwas für Supersportwagen waren? Heute ist das der Einstieg für den Wocheneinkauf. Tesla hat mit dem Model Y Performance (534 PS) die Tür eingetreten und jetzt stürmt die ganze Welt hindurch.
Sicher, Tesla hat 2025 erneut weniger Einheiten in der Schweiz verkauft als im Vorjahr (von 17’860 auf 12’892 Einheiten), aber sie haben den Standard gesetzt: Brachiale Leistung für alle. Und die neuen Player aus China? Die machen genau da weiter und das ist grossartig.
Bevor wir zu den PS-Monstern kommen, lohnt sich ein genauerer Blick auf das „Phänomen Schweiz“. Die Zahlen für 2025 sind nämlich nichts weniger als eine Sensation. Während in Deutschland die Elektro-Zulassungen nach dem Wegfall der Prämie zwischenzeitlich eingebrochen sind, zeigt der Schweizer Markt dem Trend den Mittelfinger.
- Stecker schlägt Zapfsäule: Es ist offiziell passiert. Mit 22,8 % Marktanteil für reine Elektroautos (BEV) und 11,2 % für Plug-in-Hybride (PHEV) kommen die „Stecker-Fahrzeuge“ auf 34,0 %.
- Die reinen Verbrenner? Abgeschlagen. Benziner (23,8 %) und Diesel (6,8 %) kommen zusammen nur noch auf 30,6 %. Der Verbrenner ist in der Schweiz nicht mehr die Mehrheit.
- Aber halt, da fehlen doch 35 Prozent? Richtig. Der wahre König der Schweizer Strassen fährt inkognito. Es sind die Voll- und Mildhybride (HEV + MHEV). Mit 35,3 % Marktanteil sind sie die grösste Einzelgruppe. Was heisst das im Klartext? Der Schweizer kauft zwar kaum noch „reine“ Verbrenner, aber er kauft massenhaft Verbrenner mit einem kleinen 48-Volt-Alibi-Akku. Addiert man diese zur alten Garde, fahren immer noch zwei von drei Neuwagen (65,9 %) primär mit Sprit.
Das Beeindruckende an der hohen Elektro-Quote: Die Schweiz schafft das ohne staatliches Doping. Keine x-tausend Euro Kaufprämie wie beim grossen Nachbarn, keine Steuergeschenke – im Gegenteil, seit 2024 zahlen E-Autos sogar die volle Automobilsteuer. Und trotzdem liegen wir mit fast 23 % BEV-Anteil deutlich über dem EU-Schnitt (ca. 18–20 %). Der Schweizer kauft elektrisch, weil er will , nicht weil der Staat ihn besticht.
Der neue Standard: Power zum Schnäppchenpreis
Die «China-Allianz» (MG, BYD & Co.) kommt 2025 kumuliert auf über 12’500 Fahrzeuge. Was diese Zahlen wirklich bedeuten? Dass der Schweizer Markt bereit ist für neue Ideen.
- Ein Smart #3 Brabus mit 428 PS? Völlig absurd, aber herrlich unterhaltsam.
- Ein MG4 XPOWER mit 435 PS? Der GTI des 21. Jahrhunderts, nur günstiger.
- Ein MG IM5 mit 751 PS? Jagt etablierte Sportlimousinen – bald bei uns im Test.
Wir jammern oft, dass das alles SUVs und Crossover sind. Aber sehen wir es mal so: Diese Autos sind die Geldmaschinen. Sie finanzieren die Spielplätze der Ingenieure. Und genau da wird es jetzt spannend.
Die Vorboten sind schon da
Der MG Cyberster ist der erste Beweis. Ein echter Roadster, Scherentüren, 544 PS, offen. 250 Schweizer haben sich 2025 schon einen gegönnt. Ihr seid meine Helden. Der offene MG ist ein grossartiger Elektrosportwagen.
Und der Blick nach China zeigt, was auf uns zurollt: Audi baut dort den E5 Sportback (787 PS) mit futuristischer Verpackung zum Schnäppchenpreis. Xiaomi zeigt, wie man Smartphones auf Räder stellt, die schneller sind als ein Porsche Taycan. Doch der Endgegner heisst YangWang U9. Das Hypercar von BYD leistet über 1’300 PS, hat vier Motoren und ein Fahrwerk, das das Auto buchstäblich springen lässt. Die Innovationskraft im Osten explodiert gerade – und diese Welle wird auch uns erreichen, mit flacheren, wilderen Autos.
Europa und USA ziehen nach
Aber die alte Welt schläft nicht. Sie ist nur exklusiver. Wir haben den Beweis bereits getestet: den Maserati GranTurismo Folgore. Vergessen Sie alles, was Sie über schwere E-Autos wissen. Dank der «T-Bone»-Batterie im Mitteltunnel sitzt man so tief wie im Verbrenner. Drei Motoren, 761 PS und ein Torque-Vectoring, das die Physik nicht nur überlistet, sondern neu schreibt. Er ist teuer, ja. Aber er ist der fahrende Beweis, dass Gänsehaut keinen Auspuff braucht.
Und für alle, die (noch) kein Maserati-Budget haben: Alpine liefert mit dem A290 bereits jetzt den elektrischen Hot-Hatch-Beweis. 308 verkaufte Einheiten im Jahr 2025 zeigen: Die Leute wollen kleine, giftige Kurvenräuber. Der A290 ist der spassige Appetithappen, während man im Hintergrund an der grossen elektrischen Leichtigkeit («A110 E-ternité») für 2027 feilt.
Weitere etablierte Elektro-Sportwagen in der Pipeline:
- Porsche macht den elektrischen 718 startklar. Lancierung: 2027
- Alpine arbeitet an der elektrischen Leichtigkeit („A110 E-ternité“). Vorstellung 2026, Marktstart 2027
- Und ja, auch Elon Musk wird den neuen Roadster irgendwann bringen (hoffentlich).
Fazit:
Wir ertrinken gerade in Leistung. Das ist gut so. Denn jetzt, wo „schnell geradeaus“ jeder kann, beginnt der Wettbewerb um Emotion und Kurvendynamik. Der Markt ist da, das Geld ist da, die Technik ist da.
Die Ära der 500-PS-Kühlschränke war notwendig. Aber die Ära der echten Elektrosportwagen – aus China, Europa und den USA – steht direkt vor der Tür. Schnallen Sie sich an.
Top-Elektromodelle & Chinesische Herausforderer 2025
Tesla Model Y dominiert weiterhin einsam an der Spitze (über 10’000 Einheiten). Škoda hat mit dem Elroq (6’896) und Enyaq (5’718) ein extrem starkes Duo platziert. MG ist der Volumen-König aus China (ZS, HS, MG4). Leapmotor und BYD arbeiten sich langsam mit breiterem Portfolio (T03, Seal U, Sealion) nach oben. Newcomer wie Xpeng oder Zeekr sind noch in der Nische („Homöopathische Dosen“), aber präsent.
| Marke | Modell | Anzahl | Herkunft / Typ |
| Tesla | Model Y | 10’160 | USA (Elektro-Bestseller) |
| Škoda | Elroq | 6’896 | Europa |
| Škoda | Enyaq | 5’718 | Europa |
| Volvo | EX30 | 4’246 | China-Konzern (Geely) / Europa |
| Audi | Q4 | 3’824 | Europa |
| BMW | iX1 | 3’262 | Europa |
| Renault | R5 | 3’258 | Europa |
| Volkswagen | ID.3 | 3’238 | Europa |
| Audi | Q6 | 2’970 | Europa |
| Seat / Cupra | Tavascan | 2’486 | Europa (Produktion China) |
| Tesla | Model 3 | 2’474 | USA |
| MG | ZS | 2’468 | China (SAIC) |
| MG | HS | 2’246 | China (SAIC) |
| Hyundai | Ioniq 5 | 2’140 | Südkorea |
| Mercedes-Benz | EQA | 1’734 | Europa |
| Volkswagen | ID.Buzz | 1’696 | Europa |
| Nissan | Ariya | 1’548 | Japan |
| Seat / Cupra | Born | 1’544 | Europa |
| Kia | EV3 | 1’532 | Südkorea |
| Volvo | EX40 | 1’458 | China-Konzern (Geely) |
| Volkswagen | ID.4 | 1’352 | Europa |
| MG | 3 | 1’332 | China (SAIC) |
| Volkswagen | ID.7 | 1’328 | Europa |
| Polestar | Polestar 4 | 1’086 | China (Geely) |
| Leapmotor | T03 | 972 | China (Stellantis-Partner) |
| BMW | iX | 938 | Europa |
| Volvo | EX90 | 932 | China-Konzern (Geely) |
| BYD | Seal U DM-i | 902 | China (BYD) |
| Renault | Scenic | 852 | Europa |
| Dacia | Spring | 838 | Europa (Produktion China) |
| Leapmotor | C10 | 722 | China |
| MG | 4 | 708 | China |
| Smart | #1 | 632 | China (Geely/Mercedes) |
| JAC | E30X | 530 | China |
| Porsche | Taycan | 490 | Europa |
| BYD | Sealion 7 | 446 | China |
| Smart | #3 | 428 | China (Geely/Mercedes) |
| MG | Cyberster | 250 | China |
| MG | S5 | 236 | China |
| BYD | Seal | 234 | China |
| Volvo | EC40 | 214 | China-Konzern (Geely) |
| BYD | Dolphin | 188 | China |
| Leapmotor | B10 | 186 | China |
| Zeekr | 7X | 186 | China |
| JAC | ES4 | 104 | China |
| MG | Marvel | 80 | China |
| Xpeng | G6 | 74 | China |
| BYD | Seal 6 | 64 | China |
| JAC | E-JS1 | 62 | China |
| Xpeng | G9 | 46 | China |
| BYD | Atto 2 | 46 | China |
| Zeekr | X | 44 | China |
| BYD | Atto 3 | 40 | China |
| Zeekr | 001 | 34 | China |
| Voyah | Free | 28 | China |
| BYD | Tang | 18 | China |
| Aiways | U5 | 8 | China |