Vorhang auf für den Ferrari Luce. Ferrari zeigt uns das Interieur und den Namen des neuen Elektrosportwagen aus Maranello.
Vergesst alles, was ihr über sterile Elektro-Cockpits mit riesigen, seelenlosen Tablets wisst. In San Francisco – dem Epizentrum der digitalen Moderne – hat Ferrari nun das Geheimnis um den Namen und das Interieur seines ersten vollelektrischen Supersportwagens gelüftet.
Das Ende der Touchscreen-Ära?
Werden wir in Zukunft nur noch auf spiegelnden Glasflächen herumwischen, während wir mit 300 km/h über den Asphalt schiessen? Ferrari sagt: Nein.
In einer spektakulären Zusammenarbeit mit LoveFrom, dem Kreativkollektiv von Design-Legende Sir Jony Ive (ja, der Mann, der das iPhone designte) und Marc Newson, hat Ferrari ein Interieur geschaffen, das die Haptik in den Vordergrund stellt und einen Hauch Retro mitschwingen lässt. Hier treffen präzisionsgefertigte mechanische Tasten, Drehregler und Schalter auf hochmoderne digitale Displays.

„Luce ist eine Philosophie: Elektrifizierung als Mittel, nicht als Zweck.“
Das Ziel der Zusammenarbeit Ive – Newson – Ferrari? Reduziert, rationalisiert und voll auf das Fahrerlebnis fokussiert. Hardware und Software sollen verschmelzen dass der Ferraristi sich fragen soll: Warum hat das bisher niemand so konsequent umgesetzt?

Ein Lenkrad als Hommage an die 50er und 60er Jahre
Das Herzstück – das Lenkrad – ist eine Hommage an die legendären Nardi-Holzlenkräder der 50er und 60er Jahre, aber übersetzt in die Sprache des 21. Jahrhunderts.
- Material: 100 % recyceltes Aluminium.
- Gewicht: Satte 400 Gramm leichter als ein Standard-Ferrari-Lenkrad.
- Technik: 19 CNC-gefräste Einzelteile.
Die Bedienelemente am Lenkrad sind in zwei analogen Modulen organisiert, ähnlich wie in einem Formel-1-Boliden. Jede Taste wurde in über 20 Testreihen mit Ferrari-Testfahrern optimiert, um das perfekte akustische und mechanische Feedback zu geben.


Das Ritual: Der Schlüssel aus der Zukunft
Ferrari macht das Starten des Luce zu einem interessanten Vorgang. Der Schlüssel besteht aus Corning® Fusion5® Glas und verfügt über ein integriertes E-Ink-Display (eine Weltpremiere im Autobau!).
Sobald man den Schlüssel in das Dock der Mittelkonsole legt, wechselt seine Farbe von Gelb zu Schwarz. Gleichzeitig erwachen das Kombiinstrument und das Control Panel zum Leben. Laut Ferrari soll das der der Übergang von Stille in Bewegung sein – der Moment, bevor die Energie des Luce freigesetzt werden kann.

Die Displays: Tiefe statt flacher Pixel
Das Dashboard bricht mit allen Konventionen:
- Das Binnacle: Die Instrumenteneinheit ist direkt an der Lenksäule befestigt und bewegt sich mit ihr mit. Es nutzt zwei überlappende OLED-Displays von Samsung, die durch strategische Ausschnitte eine faszinierende visuelle Tiefe erzeugen.
- Das Multigraph: In der Mitte thront ein Meisterwerk der Mikromechanik. Drei unabhängige Motoren bewegen physische Aluminiumzeiger über ein minimalistisches Zifferblatt, geschützt durch Saphirglas-ähnliches Fusion5-Glas. Es wechselt zwischen Uhr, Chronograph, Kompass und – natürlich – dem Launch Control Modus.




Handwerkskunst trifft Hightech
Die Materialwahl im Ferrari Luce ist Ferrari-typisch sehr hochstehend. Das verwendete Aluminium wird aus dem vollen Block gefräst (3- oder 5-Achsen-CNC) und anschliessend in einem speziellen Eloxal-Verfahren veredelt.
Selbst der Gangwahlschalter ist ein Kunstwerk aus Glas, bei dem Grafiken per Laser – in der Breite eines halben Menschenhaars – in das Material eingebracht wurden.

Fazit: Die Erleuchtung aus Maranello?
Den Ferrrari Ingenieuren ist ein Licht angegangen: Wenn der Motorcharakter als Alleinstellungsmerkmal wegbricht, rückt die Humain-Machine-Interaction ins Zentrum der Markenidentität. Ferrari ersetzt den 12-Zylinder, durch eine radikale Aufwertung der physischen Interaktion. Wenn man schon nicht mehr hört, wie die Mechanik arbeitet, soll man wenigstens spüren, wie sie sich bedienen lässt. Interessante Herangehensweise!
Der finale Akt – die Enthüllung des Aussendesigns – folgt im Mai 2026.
Was denkt ihr: Kann eine perfekt inszenierte Haptik den Verlust des Verbrenners auffangen oder bleibt es am Ende doch nur „schöner Wohnen“ bei 300 km/h? Schreibt es uns in die Kommentare!


Mich fasziniert vor allem, dass Ferrari hier bewusst gegen den reinen Touchscreen-Trend arbeitet und wieder echte Haptik ins Zentrum stellt. Die Kombination aus mechanischen Bedienelementen, reduzierter Formensprache und moderner Technik wirkt wie ein spannender Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Zukunft. Gerade bei einem Elektro-Ferrari kann eine starke physische Interaktion helfen, Emotionen neu zu definieren – nicht als Ersatz für den Verbrenner, sondern als eigene Identität. Wenn sich das im Fahrgefühl genauso konsequent anfühlt wie im Konzept, könnte das tatsächlich ein neuer Massstab werden.